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Aktion 21
AKTION 21

Initiative Denkmalschutz: Wiener Gürtel - Gründerzeitensemble mit "überdurchschnittlicher Bedeutung" in Döbling vor Zerstörung



Montag, 23. Jänner 2012

Wien (APA-OTS) - Das Gründerzeithaus am Döblinger Gürtel 1 steht als "Tor zu Döbling" am Eingang in die Döblinger Haupstraße an einem städtebaulich wichtigem Punkt. Nun soll es einem Hotel-Neubau weichen. Die Initiative Denkmalschutz fordert den Erhalt des Hauses. Der Verlust in diesem sensiblen Bereich wäre für den Wiener Gürtel überaus groß. Ähnlich sieht es der bekannte Wiener Architekturhistoriker em. Univ. Prof. Dr. Walter Krause, Spezialist für Historismus und Gründerzeit. Das Haus mit seiner Umgebung und der Otto Wagner-Stadtbahn "bildet ein historisches Ensemble, dem in der Gesamtheit zweifellos überdurchschnittliche Bedeutung zuzumessen ist." Der Abriss würde somit "das Gesamtensemble sehr beeinträchtigen." Auch Dr. Madeleine Petrovic, Autorin des Buches "Der Wiener Gürtel. Wiederentdeckung einer Prachtstraße" weist auf die besondere Bedeutung des Gürtels für Wien hin, der als "Boulevard der Arbeiterklasse" sowie als Prachtstraße und proletarisches Pendant zur bürgerlichen Ringstraße geplant war." Zum geplanten Abbruch meint sie: "Die Bemühungen um Ensembleschutz und Denkmalschutz sind keine Absage an moderne Architektur. Es geht darum das richtige Projekt am richtigen Ort zu entwickeln. Ein Ensemble wie dieses zu zerstören und zu glauben, das hätte mit Modernität zu tun, wäre dumm und unklug."



Initiative Denkmalschutz: Dringend mehr Schutzzonen am Gürtel!

Der äußere Gürtel im Abschnitt nach dem WIFI Gebäude (Währinger Gürtel 107 bis 139) bis zur Höhe Heiligenstädter Straße (Döblinger Gürtel 1-23) bildet auf einer Länge von über 1000 Meter bis zum heutigen Tag ein geschlossenes Ensemble rund um die Entstehungszeit des Gürtels (ab ca. 1880, südl.; bis 1926 nördl.). Kein Haus in diesem Abschnitt steht in einer von der Stadt Wien ausgewiesenen Schutzzone. Bereits vor über 15 Jahren hat die Stadt Wien (MA 19) dieses Gebiet mit hoher Wahrscheinlichkeit als schutzzonenwürdig befunden (exkl. Währinger Park und Friedhof, vgl. "Schutzzonenmodell Wien" aus 1996), doch bis heute wurde keine Schutzzone ausgewiesen. Walter Krause dazu: "Die Einrichtung einer Schutzzone wäre meiner Meinung nach schon längst geboten gewesen, um Veränderungen etc. nur in sinnvoller und überlegter, nicht in turbokapitalistischer Weise zu ermöglichen." Die Initiative Denkmalschutz abschließend: "Es bedarf dringend großzügiger Schutzzonenerweiterungen im gesamten Gürtelbereich. Es gibt noch viele andere erhaltenswerte Abschnitte, die es zu schützen gilt. Viel Zeit bleibt jedoch nicht mehr."

Rückfragehinweis:

Verein Initiative Denkmalschutz (ZVR-Nr. 049832110)
Markus Landerer und Claus Süss
0699 1024 4216 und 0676 740 43 27
www.initiative-denkmalschutz.at, office@idms.at
Links zu diesem Thema
Ensembleschutz ist in Wien völlig unbekannt, nebensächlich, verhandelbar, EIN POLITIKUM 
von Merks Wien am 2012-02-03 um 17:38 Uhr
Innerhalb der Steinhofmauer wird soeben im Plattenbau-Stil mit Fertigbetonteilen eine Bettenburg der VAMED im Eiltempo "hochgezogen, daneben ein unnötiges Wellneßbad im Pyramidenstump-"Design"!

http://www.steinhof-erhalten.at/bauvorha...


Die Präsidentin des Bundesdenkmalamtes hat dazu nichts zu sagen - man will ja schließlich die unbekannt bleibenden Profiteure in Politik und Wirtschaft nicht nennen und verärgern.

http://diepresse.com/home/panorama/wien/...

http://diepresse.com/home/panorama/wien/...
kaufen 
von Rachimov am 2012-02-03 um 00:58 Uhr
wieso habt ihr nicht vor jahren das haus gekauft und saniert? ein hotel ist allemal besser als die zahlreich dahinschimmelnden abbruchhäuser!
Global finanzierende internationale Hotelketten 
von Internationaler Finanzinvestor am 2012-02-03 um 17:15 Uhr
Armer Tropf!
Ich kenne das Haus (von innen), die Wohnungen waren bis vor ca. 20 Jahren, bevor der Gürtel zum Slum verkommen ist, sehr schön - so wie der ganze Gürtel ja szt. als Gegenstück zum Ring und zur sog. 2er-Linie als schöne bürgerliche Wohngegend geplant und auch instandgehalten wurde.

Bis eben die Gemeinde Wien in dieser Hinsicht völlig versagt hat; "dahinschimmelnde Abbruchhäuser" werden nicht gebaut, sie werden dazu gemacht - durch Vernachlässigung, absichtliches Verkommenlassen, Spekulantentum .... solange eben, bis sich arme kleine Geister (wie Sie z.B.) eine Wiederherstellung oder Renovierung nicht vorstellen können oder den wahren städtebaulichen Wert nicht einschätzen, mangels Einfühlungsvermögen, Vorstellungskraft, was immer!

Die Hotelerie in Wien ist im durchschnitt höchstens zu 50% ausgelastet, trotz Sonderangeboten in den Nebensaisonen, aber das WAHRE Geschäft machen die internationalen HOTELKETTEN nicht wirklich mit den Gästen, sondern mit den Finanztransaktionen im Vorfeld ........
20 jahre 
von sturm am 2012-02-08 um 07:54 Uhr
na dann haben sie ja 20 jahre zeit gehabt die ruine zu erwerben, wo ist das problem?
Stadtbarbaren 
von Hofmann Helmut am 2012-01-24 um 21:10 Uhr
Was brächten Schutzzonen? Die Erfahrung lehrt, dass sich unsere städtischen Barbaren auch nicht um ihre eigenen Schutzzonen kümmern, wenn der Rubel winkt. Das wird, je näher die Stadt der Pleite ist, nicht besser werden. Wenn einmal alles abgerissen sein wird, was Wien ausmacht und die Stadt ausländischen Managern so lebenswert erscheinen lässt, wird der Tourismus, von dem wir alle gut leben, abreißen und es wird keinen Weg mehr zurück geben. Kulturbanausen wie die in der Stadtverwaltung an entscheidender Stelle stehenden, die es nicht einmal der Mühe wert finden, vor Umwidmungen und Abrissen mit unabhängigen Fachleuten über den drohenden Verlust zu diskutieren, sollten zuerst einmal verantwortungsbewussten Politiker(inne)n weichen, die beurteilen können, was auf dem Spiel steht. Dank all jenen, die dabei die Öffentlichkeit aufklären und aufrütteln!
"verantwortungsvolle Politker/innen" die würden wir wirklich dringend brauchen! 
von JK am 2012-01-24 um 23:11 Uhr
mit beängstigender Schnelligkeit geht alles den Bach runter, was Wien für den Tourismus attraktiv macht.

Wo bleiben die Auflagen in der Wiener Bauordnung, die das (leicht) verhindern könnten?

Wenn es darum geht, den Baulöwen "gefällig" zu sein, ist man ja lange nicht so zögerlich!
Die Wr. Bauordnung hat wohl nie den Zweck gehabt schützenwerte Substanz oder das Stadtbild zu schützen 
von Friedrich Hochmann am 2012-02-05 um 17:37 Uhr
Zweck der Wr. Bauordnung ist es einen pseudo-rechtlichen Rahmen dafür zu bilden, dass, wer über entsprechende Gelder verfügt, bauen kann wie er will. Als Beispiel seinen die "schönen" Glorithäuser an der Alten Donau erwähnt, bei denen man sich schon fragt, ob die MA19, die ja für das Stadtbild verantwortlich ist, wirklich der Meinung ist, dass diese an Klötze erinnernden Häuser sich wirklich in die umgebenden kleinen Häuser einfügen, oder nicht vorauseiölender Gehorsam am Werke war.
Weiters gibt es die einfache Möglichkeit entgegen einem gültigen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan mit Hilfe des §69 Wr. BO. zu bauen. Es genügt, dass ein Bezirksbauausschuss, dessen Mitglieder über keinerlei Kenntnisse oder Fähigkeiten verfügen müssen und bei denen es sich auch um grenzdebile Analphabeten handeln könnte, irgend einem schwachsinnigen Projekt zustimmt. Sehr oft erfolgt dies gegen den Willen der betroffenen Bevölkerung. Jedenfalls ist es für den Bez. Bauausschuss in der Regel unter seiner Würde mit der betroffenen Bevölkerung auch nur ein Wort zu sprechen, schließlich san mia mia.
Touristen 
von Anwohnerin am 2012-01-28 um 16:53 Uhr
genau...da wird eines von den tausendenden Gründerzeithäusern in Wien mit eine paar Fassadenschnörkel abgerissen und die tausenden touristen, die jeden tag vor diesem haus stehen, werden alle nie wieder nach wien kommen......

ups...da gibts ja gar keine touristen an der kreuzung Gürtel /nussdorfer straße (warum auch, wenn man dort 2 stundne steht ist man taub und stirbt an abgasvergiftung.....als dont panic!
Haben Sie schon einmal die StVO gelesen? 
von Friedrich Hochmann am 2012-02-05 um 17:45 Uhr
Es ist richtig, dass man an der Kreuzung Gürtel/Nussdorferstrasse sehr rasch taub wird.
Allerdings, wenn Sie die StVo gelesen haben, so kennen Sie den §43 Abs. 2 StVO, nach dem die Behörden zur Hintanhaltung von Belästigungen der Bevölkerung verkehrsbeschränkende Maßnahmen zu setzen haben.
Sind Sie der Meinung, dass bei Dauerschallpegel weit jenseits von 76dB und damit dem mehr als 4-fachen des Grenzwertes für den vorsorglichen Gesundheitsschutz nmach der WHO, die Behörden Ihrer Pflicht gem §43 Abs. 2 nachkommen?
Würde diese Bestimmung eingehalten, wäre diese Haus vermutlich ebenso eine Touristenattraktion wie das Hudertwasserhaus.
dieses Gründerzeithaus steht aber an wirklich exponierter beherrschender, den Gürtel prägender Stelle! 
von Johanna Kraft am 2012-01-28 um 22:03 Uhr
So fängt es an, ein trauriges Beispiel ist auch das Hochhaus gegenüber, das man auch völlig unsensibel in eine Teil des angrenzenden Friedhofs hineingeklotzt hat.

Wenn es noch schöne Gründerzeithäuser in Wien gibt, sollte man sie aus Gründen der Stadtbilderhaltung heutzutage schützen. Ihre Bausubstanz ist meist viel besser als von den meisten Scheußlichkeiten aus der Not der 1950er Jahre.

(Auch die Touristen im geplanten IBIS Hotel werden mit den Abgasen wohl keine Freude haben, das ist aber ein anderes Thema!)
 
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