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Aktion 21
AKTION 21

Bürgerinitiative Rechte Wienzeile – U4 Kettenbrückengasse


Montag, 9. November 2009

Sehr geehrte Damen und Herren Bezirksvertreter!
Sehr geehrte Frau! / Sehr geehrter Herr!

Erlauben Sie mir, jetzt, nach Ende der Einspruchsfrist bei der MA21, im Namen der „Bürgerinitiative Rechte Wienzeile – U4 Kettenbrückengasse“ Ihnen unsere Einwände gegen Plan 7866 näher zu bringen.


Wir, die Bürgerinitiative Rechte Wienzeile U4-Kettenbrückengasse, sind empört über das Ansinnen der zuständigen Politiker, die öffentliche Freifläche entlang der U-Station Kettenbrückengasse verbauen zu wollen.

Abgesehen von der Verschlechterung der Lebensqualität, die dieser Bau für die Anrainer bedeuten würde, wäre es auch eine geheure Kulturschande, das Jugendstil - Otto Wagner Ensemble auf der linken Seite des Naschmarktes und das Biedermeier- und das Gründerzeitensemble auf der Rechten Wienzeile zu zerstören. Der Neubau wäre so "herausragend", dass er schon vom Karlsplatz aus zu sehen wäre! Ist Wien und sind seine PolitikerInnen denn nicht stolz auf unser kulturhistorisches Erbe? Mit diesem Bau wäre die letzte Chance vertan, den einzigartigen Charakter dieses Platzes zu erhalten, der durch seine architektonischen Schätze die Geschichte Wiens der letzten 200 Jahre widerspiegelt und gerade deshalb tausende Touristen anlockt.

Darüber hinaus wäre mit der Verbauung auch die letzte Chance vertan, in Margareten eine kleine Grünoase zu schaffen als Zeichen der Erkenntnis, dass im 21 Jahrhundert endlich die Lebensqualität über der Gewinnmaximierung (Bürokomplex) steht. Wir sind der Meinung, dass im am dichtesten verbauten Gebiet Europas (!!!) keine „Verdichtung“ mehr notwendig ist, sondern dass Sorge getragen werden sollte, den Bezirk für zukünftige Generationen lebenswerter zu machen und nicht die Lebensqualität des Geldes wegen zu opfern.

Wir leiden an

  • extrem hohem Verkehrsaufkommen : Bundesstraße, Naschmarkt- und Flohmarktverkehr, Stauzone Richtung Innenstadt, Schleichwege für Autofahrer durch die hübschen aber engen Gassen,
  • verkehrsbedingter schwerer Lärmbelästigung
  • den nicht eingehaltenen Tempolimits
  • sehr schlechter Luftqualität
  • rekordverdächtiger Verbauungsdichte
  • Mangel, d.h. absolutes Fehlen von Grünflächen, Bäumen als Schattenspender und Sauerstoffproduzenten
  • Mangel an lebenswerten Freiflächen in einem Gebäudebestand, der Balkone und Terrassen nur selten zulässt (Denkmalschutz)
  • Mangel an Radabstellflächen –ebenfalls bedingt durch den alten Gebäudebestand, der eigene Radabstellräume in den Häusern meist nicht zulässt
  • Mangel an effizienten, sicheren Fußgängerwegen
  • Mangel an ‚Rastplätzen’ für Fußgänger ohne Konsumzwang
  • Mangel an effizienten, sicheren Radwegen

    Wir ersuchen Sie, diese wenig erfreuliche derzeitige Situation vieler Anrainerinnen und Anrainer bei Ihrer Entscheidung in der Bauausschusssitzung am 9.11.09 zu bedenken. Wir sind dabei, Ideen auszuarbeiten, wie diese Flächen zum Wohle der Anrainer und Anrainerinnen, der BürgerInnen Margaretens und der vielen anderen Menschen, die die Gegend um den Naschmarkt und Flohmarkt schätzen, besser genützt werden könnten.

    Bei diesem Prozess nehmen wir auch Anregungen aus einigen Ihrer vor kurzem publizierten Broschüren und Kampagnen, die wir hier gerne für Sie zitieren:

    Zitat 1:
    Bezirksvorsteher Wimmer in der Broschüre
    „Margareten. Lebensfreude! Mitten in Wien. 2009 Wien ist anders“


    „Unser Bezirk Margareten hat vor etwa zehn Jahren begonnen, sich um „seine Wienzeile“ zu kümmern. Wir haben damals erkannt, dass die Wienzeile Chancen für reges innerstädtisches Leben bieten kann. Damals entstand die Idee der „Kulturzeile Wienzeile“, im Laufe der vergangenen Jahre wurde auch durch gezielte Objektkäufe der Großteil des Margaretner Abschnittes der Wienzeile für den Fußgänger- und Radfahrerverkehr zugänglich gemacht.

    Zunehmend wird die Wien wieder zu einer Lebens-Ader, zu einer Kultur- und Gastronomiemeile und zu einem Lebensraum für Menschen zu Fuß und auf dem Fahrrad.“

    Zitat 2: aus einem Ö! Vortrag vom 28.10.09, um 9:30 Uhr zum Thema
    „35 Jahre sanfte Stadterneuerung Wien“ (Gebietsbetreuung)

    „Mittlerweile verfolgt die sanfte Stadterneuerung weitergehende Ziele, um die Lebensqualität in Wiens dicht bebauten Grätzeln zu verbessern: Über die Sanierung von Häusern hinaus soll das gesamte Wohnumfeld gestärkt und weiterentwickelt werden, wozu die Nahversorgung mit Geschäften des täglichen Bedarfs ebenso zählt wie das kulturelle Angebot oder die Gestaltungs- und Nutzungsqualität des öffentlichen Raums.

    Für eine dauerhafte Aufwertung der Stadt wird in zunehmendem Maß versucht, die lokale Bevölkerung einzubinden, damit die Bürgerinnen und Bürger - Wohnende und Geschäftstreibende, Alteingesessene und Zugewanderte - von "Betroffenen" zu Mitgestaltern ihres Lebensraums werden.“

    Zitat 3: Aus dem Standard vom Di., 22.9.09: „Platz da!“ für mehr öffentlichen Raum

    Der öffentliche Raum werde in Wien immer mehr beschnitten, finden die Grünen. Deshalb möchten die Stadtökos nun mit ihrer Kampagne „Platz da!“ mehr Bewusstsein dafür schaffen, „dass der öffentliche Raum allen gehört“. Einige Zahlen: Zwischen 1997 und 2003 sind in Wien 2.420.000 Quadratmeter an Grünraum verloren gegangen. Im 1., 4. und 6. Bezirk stehen den rund 800 Jugendlichen, die dort leben, null Quadratmeter „Sport- und Freizeitflächen“ zur Verfügung.“
    Wir als Bürgerinitiative schätzen all Ihre Bemühungen, unser Lebensumfeld lebenswerter gestalten zu wollen und können daher sehr schlecht verstehen, dass, wenn es um die Entscheidung über die zukünftige Verwendung der letzten Freifläche in diesem Grätzel geht, die einzige, reflexartige Antwort „Verdichtung“ sein soll.
    Stehen Sie doch zu Ihren Slogans und Versprechungen! Machen Sie bitte Ihre Ankündigungen wahr! Übernehmen Sie doch bitte Verantwortung für die Bürger, die Sie gewählt haben. Verkaufen Sie Wien – unsere Stadt, nicht! Wir alle sind Wien!

    !! Auf Asphalt gepinselte Margariten duften nicht !!


    Mit freundlichen Grüßen
    Mag. Christa Seewann

    im Namen aller VertreterInnen der Bürgerinitiative Rechte Wienzeile- U4 Kettenbrückengasse. 1050 Wien, Franzensgasse 25/5;
    bi.rechtewienzeile@gmx.at

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